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Past Pavillon 

​duo show

Antonia Low & Neringa Vasiliauskaitė

 

Past Pavillon entfaltet sich als temporäre Architektur, die Erinnerung, Imagination und gegenwärtige Erfahrung miteinander verschränkt. In der Ausstellung begegnen sich neue Arbeiten von Neringa Vasiliauskaitė (*1984, Litauen, lebt in München) und Antonia Low (*1972, Liverpool, lebt in Berlin), die beide mit Strategien der Transformation, Verschiebung und poetischen Verfremdung arbeiten. Alltägliche Objekte, funktionale Strukturen und gefundene Dinge werden in neue Konstellationen überführt, wodurch sich Räume öffnen, in denen Übergang und Ambivalenz sinnlich erfahrbar werden. 

Bei Neringa Vasiliauskaitė stehen Fragen nach Intimität, Standardisierung und den ästhetischen Potenzialen des Banalen im Vordergrund. Der bedruckte Teppich Lucky Coin transformiert die Innenansicht eines Brunnens in eine begehbare Oberfläche. Die hervorgehobenen Öffnungen erinnern zugleich an verstreute Münzen – Sinnbilder des Zufalls, des Wünschens und der kollektiven Handlung im öffentlichen Raum. Der Teppich oszilliert zwischen privater Imagination und öffentlichem Ritual und überführt eine ephemere Geste in eine dauerhafte, poetische Form. In der Serie Parallelräume greift die Künstlerin Fotografien von Waschbecken am Venice Beach auf, die in Aluminiumrahmen gefasst werden, deren Formensprache an architektonische Strukturen wie Dächer oder Markisen erinnert. Was zunächst als funktionales Detail perscheint – die Abflüsse – wird in der Präsentation zu einem Zwischenraum, der Blickachsen, Durchlässigkeit und Fragilität erzeugt. Dokumentation und Konstruktion, Rationalität und Überhöhung treten in ein Spannungsverhältnis, das die Ästhetik des Alltäglichen neu verhandelbar macht.

 

Antonia Low arbeitet hingegen stärker mit dem Motiv der Spur und der Umcodierung von architektonischen Zeichen. Mit den Soft Barriers verwandelt sie das vertraute Bild von Pollern und Absperrungen in paradoxe, weich gepolsterte Objekte. Die Arbeit konfrontiert die Funktion von Distanz und Kontrolle mit einem Versprechen von Schutz und Komfort. In diesem Spannungsfeld entstehen subtile Irritationen: Autorität wird in Nachgiebigkeit übersetzt, Ordnung in eine fragile Schwebe zwischen Nähe und Abgrenzung. Die weich gepolsterten Elemente wirken als subtile Störfaktoren, die gewohnte Wahrnehmungen des Raums leicht verschieben. Ein Regal mit Fundstücken und Lampen aus dem Atelier der Künstlerin wird in Offener Raum (das freie Atelier) zur Bühne für neue Assemblagen. Unterschiedliche Maßstäbe, Materialitäten und Kontexte verdichten sich zu offenen Erzählungen, die keine lineare Geschichte, sondern ein vielschichtiges Geflecht von Zeiten und Bedeutungen erzeugen. 

In ihrer Zusammenführung im Past Pavillon entstehen Resonanzen: Beide künstlerischen Positionen öffnen den Blick für die Übergänge zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen alltäglicher Funktion und poetischer Transformation. In der Kombination aus Lows und Vasiliauskaitės Werken verdichten sich die Eindrücke in eine koheränte Erfahrung. 

Jennifer Cierlitza

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© Neringa Vasiliauskaite

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